Archiv für Februar 2014

Die Frauen der APO – die weibliche Seite von 68 Porträts von Ruth E. Westerwelle, Berlin

 Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus präsentiert die Fotoausstellung

Die Frauen der APO – die weibliche Seite von 68 Porträts von Ruth E. Westerwelle Eröffnung am Freitag, den 7. März 2014, um 19.30 Uhr BegrüßungGisela Kayser, Geschäftsführerin Freundeskreis Willy -Brandt-Haus

 

Podiumsdiskussion: mit Herta Däubler-Gmelin,Gretchen Dutschke und Tina Thürmer-Rohr

Moderation Shelly Kupferberg

Die Fotografin Ruth E. Westerwelle ist anwesend.

Ausstellung vom 8. März bis 6. April 2014

WILLY-BRANDT-HAUS | Stresemannstr. 28 | 10963 Berlin Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Ausweis erforderlich

Hinlänglich bekannt sind die immer gleichen jungen Männer; aber es waren gerade auch viele Frauen, die die Bewegung trugen und die Gesellschaft, manches Mal auf leiseren Sohlen, nachhaltig beeinflussten.

Unter anderem reiste ich dafür in die USA zu Gretchen Dutschke und nach Paris, wo ich Beate Klarsfeld zuhause fotografieren durfte. Einige Aufnahmen entstanden in meinem Studio. Heraus gekommen sind faszinierende Porträts außergewöhnlicher Menschen, die gelebte zeitgenössische Geschichte widerspiegeln. Ich zeige sowohl Frauen aus dem Innerzirkel wie K1 oder SDS, genauso wie bürgerliche  Frauen, die diese Zeit zu einem selbstbestimmten Leben nutzten. Es sind Künstlerinnen, Musen der Künstler, Politaktivistinnen, Flüchtlinge, Vertriebene und viele andere. Viele Frauen engagierten sich damals gegen den Vietnam-Krieg, initiierten internationale Solidarität, sie unterstützten desertierenden GI als Akt der Zivilcourage. Vieles was heute zur kritischen politischen Kultur in einer  globalisierten Welt ist,  wurde in dieser Zeit geboren und erkämpft. Was leider oftmals vergessen ist. Diese Ausstellung soll an diese wunderbaren, aktiven Frauen erinnern.

Einige Frauen kamen auch aus der DDR. Manche blieben, die z.T. für dann ihr Engagement im Knast landeten oder zumindest schweren Schikanen durch die Stasi ausgeliefert waren.  Andere gingen in den Westen. Aber auch einige westdeutschen Frauen suchten den Dialog mit DDR-lern, innerhalb von Partei oder auch im direkten, persönlichen Austausch. So erwähnt diese Ausstellung eben auch zum ersten Mal auf unaufgeregter Weise den vielfältigen Dialog zwischen den beiden deutschen Staaten.

Diese Ausstellung ist auch eine noch nie da gewesene Präsentation älterer Frauen, die alle ein bis ins hohe Alter aktives und eigenständiges, so noch nie gelebtes Leben vorzuweisen haben.  Leider sind zwischenzeitlich schon einige der von mir porträtierten Frauen verstorben, die Ausstellung erinnert auf berührender Weise an sie.

Somit wird diese Ausstellung auch eine charmante Verbeugung vor den einstmals revolutionären und wilden 68erinnen.

Die Recherchearbeit wurde für zwei Jahre mit einem Stipendium der Senatsverwaltung für Arbeit, Bildung und Frauen, Abt. Frauenforschung, in Berlin gefördert.